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Werkzeug und Einordnung

Baupreisindex

Der Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes misst, wie sich die Preise für Bauleistungen im Hochbau entwickeln. In der Immobilienbewertung ist er kein Nebenschauplatz, sondern eine Rechengröße: Ohne ihn lässt sich der Sachwert eines Gebäudes nicht auf den Bewertungsstichtag bringen.

Wozu er in der Bewertung gebraucht wird

Im Sachwertverfahren wird der Wert eines Gebäudes aus den Normalherstellungskosten abgeleitet. Diese Kosten sind auf ein Basisjahr bezogen – aktuell auf 2010. Um sie auf den Bewertungsstichtag zu bringen, werden sie mit dem Baupreisindex fortgeschrieben.

Ein Beispiel für die Größenordnung: Ein Index von 190 bezogen auf das Basisjahr 2010 bedeutet, dass dieselbe Bauleistung heute rund 90 % mehr kostet als damals. Wer mit veralteten Kostenkennwerten rechnet, kommt bei einem Neubaujahrgang entsprechend zu einem deutlich zu niedrigen Sachwert.

Wo er sonst noch auftaucht

  • Versicherungswerte – der gleitende Neuwertfaktor in der Wohngebäudeversicherung folgt derselben Logik
  • Alterswertminderung – die Restnutzungsdauer wird auf fortgeschriebene Herstellungskosten bezogen
  • Neubau- und Wiederbeschaffungswerte – etwa bei der Frage, was ein vergleichbares Gebäude heute kosten würde
  • Erbbaurechte und Entschädigungen – überall dort, wo auf einen zurückliegenden Stichtag gerechnet wird

Nachschlagen

Welcher Index galt zu welchem Stichtag?

Geben Sie den Bewertungsstichtag ein – etwa den Todestag bei einer Erbschaft oder den Tag der Übergabe bei einer Schenkung. Angezeigt wird das Quartal, in das er fällt, und der dafür geltende Index.

Basisjahr
Wohngebäude
Bürogebäude

Quartalswerte im Detail

Preisindizes für den Neubau in konventioneller Bauart, einschließlich Umsatzsteuer. Basisjahr 2010 = 100 – oben umschaltbar. Die zum gewählten Stichtag gehörende Zeile ist hervorgehoben.

JahrQuartalWohngebäudeBürogebäude Veröffentlicht

Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden. Stand . Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen

Ist der Baupreisindex dasselbe wie die Inflation?

Nein. Der Verbraucherpreisindex misst die allgemeine Teuerung, der Baupreisindex ausschließlich die Preise für Bauleistungen. Beide laufen zeitweise weit auseinander – in Phasen hoher Bautätigkeit und knapper Kapazitäten steigen Baupreise deutlich stärker als die allgemeinen Verbraucherpreise.

Warum gibt es verschiedene Basisjahre?

Das Statistische Bundesamt stellt die Reihen von Zeit zu Zeit auf ein neues Basisjahr um, damit der Warenkorb der Bauleistungen aktuell bleibt. Für die Bewertung ist entscheidend, dass Kostenkennwert und Index dasselbe Basisjahr verwenden – sonst rechnet man um Faktoren daneben. Das ist einer der häufigsten Fehler in Gutachten, die wir zur Prüfung bekommen.

Steigt mein Immobilienwert mit dem Baupreisindex?

Nicht unmittelbar. Der Index beeinflusst den Sachwert, also die Herstellungsseite. Was am Markt tatsächlich gezahlt wird, hängt daneben von Nachfrage, Zinsniveau und Lage ab. In Phasen stark steigender Baupreise bei gleichzeitig hohen Zinsen kann der Sachwert steigen und der Marktwert fallen.

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